Der Ursprung der Handtasche
Die Handtasche ist ein unverzichtbares Accessoire für fast alle Frauen. Sie ist wahrscheinlich die praktischste Kleidungsinnovation, die je geschaffen wurde. Ob Sie das Wesentliche in einer Clutch unterbringen oder Ihr ganzes Leben lang mit einer Tasche unterwegs sind, es gibt eine Tasche, die zu jedem Lebensstil einer Frau passt.
Ein Modeaccessoire mit sehr weiter Herkunft...
Taschen sind für das tägliche Leben der Menschen unerlässlich, seit sie etwas Wertvolles bei sich tragen müssen. Ihr Ursprung reicht etwa 38.000 Jahre vor Christus zurück und sie wurden sowohl von Männern als auch von Frauen benutzt. Die Tasche war also von Anfang an unisex.

Die Menschen nutzten sie, um Nahrung, Werkzeuge und verschiedene Gegenstände zu lagern und zu transportieren. Bis zum 16. Jahrhundert besaß jeder eine Tasche, um Geld und persönliche Gegenstände bei sich zu tragen, da Kleidung noch keine Taschen hatte.
Von der funktionalen Tasche zum echten Modeaccessoire
Früher waren die Taschen der Frauen hauptsächlich Taschen, die unter den Röcken und nah an der Haut getragen wurden. Sie galten damals als Unterwäsche. Im 16. Jahrhundert erlebte die Mode der Kleidung für Frauen eine große Veränderung, insbesondere mit Kleidern mit schlankeren Silhouetten. Aufgrund dieses neuen Stils ruinierte das Tragen von voluminösen Taschen unter dem Kleid das Erscheinungsbild dieser Kleidung und wurde schnell zu einem schweren Modefehler. So wurde die erste echte „Handtasche“ erfunden, ein Behältnis, das an einer Schnur oder Kette in der Hand getragen wurde.

Frauen begannen schnell, diese neuen Taschen bei ihren Ausflügen in der Hand zu tragen, und sie hatten für jeden Anlass eine andere Tasche. Darin trugen sie Lippenstift, Gesichtspuder, einen Fächer, eine Parfümflasche, eine Visitenkartenhülle und duftende Salze mit sich. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden diese Handtaschen für Frauen in Frankreich als „Retiküle“ bezeichnet.

Die Handtasche mitten in einem wahren Sturm zwischen Modeskandalen und feministischen Kämpfen
Mit dem Verschwinden der Taschen für Frauen entstand die Handtasche. Als die Damentaschen populär wurden, betrachteten viele sie als vulgär oder gewagt. Tatsächlich ist dieser Modetrend eines der ersten Beispiele für Unterwäsche, die als Oberbekleidung getragen wird. Für viele Menschen war diese Idee schlichtweg absurd, denn allein die Tatsache, dass eine Frau ihre persönlichen Gegenstände in einer sichtbaren Tasche zur Schau stellte, wurde als ein Akt angesehen, der dem Hochheben ihres Rockes und dem öffentlichen Zeigen ihrer Unterwäsche gleichkam.
Abgesehen von dem Skandal, der darin bestand, seine Unterwäsche öffentlich zu zeigen, betrachteten einige Frauen Handtaschen als schlechte Alternative zu Taschen.

Insbesondere die ersten amerikanischen Feministinnen kämpften gegen den Verlust der Taschen für Frauen. Sie glaubten, dass Handtaschen niemals so praktisch wie Taschen sein würden und setzten sich für die Integration funktionaler Taschen in Frauenkleidung ein, wie sie bei Männerkleidung üblich sind. Für diese Frauen wurden Taschen für Männer und Handtaschen für Frauen zum Symbol der Ungleichheit der Geschlechter und des Kampfes für die Gleichberechtigung der Frauen, ähnlich dem, was spätere Feministinnen als Büstenhalter betrachten würden.
Die Revolution der Kleidervorschriften
Mit dem Aufkommen von Kaufhäusern als respektable Treffpunkte für Frauen außerhalb ihres Zuhauses wurde es für sie möglich, viel länger als zuvor von zu Hause weg zu bleiben. Diese neu gewonnene Freiheit ging mit der Notwendigkeit einher, mehr zu transportieren, als in ein praktisch kleines Retikül passte.
Die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts förderte die Entwicklung der Handtasche stark durch neue Herstellungsmethoden und neue Materialien, die in ihr Design einfließen konnten.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts begannen viel funktionalere Handtaschen mit mehreren Innenfächern, das Retikül zu ersetzen. Diese Veränderungen an der Tasche selbst markierten auch einen Wandel in der Vorstellung von der Handtasche für Frauen: Sie wurde zu etwas, das ganz individuell für jede Frau ist. Mit dieser neuen Mode begannen Juweliere, Handtaschen mit speziellen Fächern für Opernferngläser, Kosmetika und Fächer anzubieten.
Die Handtasche, erstes Zeichen der Unabhängigkeit der Frauen?
Die Handtasche entwickelte sich im 20. Jahrhundert weiter und wurde beeinflusst durch die schnelle Entwicklung der Modetrends sowie durch die zunehmende Freiheit der Frauen in der Gesellschaft. Mit der Zeit traten immer mehr Frauen in den Arbeitsmarkt ein und wurden dadurch viel mobiler und unabhängiger. Ihre Taschen mussten daher so gestaltet sein, dass sie zu diesem neuen Lebensstil passten.

Ab den 1950er Jahren begannen Handtaschen, einen kultigen Status zu erlangen. Handtaschen wurden zu echten Modeaccessoires und nicht mehr nur zu einem einfachen Gebrauchsgegenstand. Die 50er Jahre waren geprägt von strengen Stilregeln, eine davon war, dass eine Handtasche perfekt zum Outfit passen musste. Deshalb begannen Handtaschen, als eigenständiger Modetrend angesehen zu werden.
Der ultimative letzte Schliff für Ihre Kleidung
Die Handtasche ist auch heute noch ein notwendiges Element in der Garderobe einer Frau. Auch wenn Designer beginnen, größere Taschen in Frauenkleidung zu integrieren, ist die Handtasche heute ein ikonisches Stück, das zweifellos den letzten Schliff zu jedem Outfit einer Frau gibt.
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